Interview
«Ordnung ist das halbe Leben, auch in der Brandverhütung.»
Jürg Schlichting, Leiter Bereich Feuerwehr in der Direktion Sicherheit Köniz, über die Brandgefahr an Weihnachten
Welches sind die heikelsten Gefahrenquellen an den Festtagen?
Am häufigsten führen falsch montierte Kerzen an Bäumen zu Bränden. Wenn der Abstand zu einem darüber liegenden Ast zu gering ist, steht schnell der ganze Baum in Flammen. Gefährlich ist aber auch der fehlende Abstand zu anderem brennbaren Material, zum Beispiel Kerzen auf Fenstersimsen in der Nähe von Vorhängen.
Wie könnten diese Brände verhindert werden?
Für einen Brand braucht es drei Dinge: Brennmaterial, Zündenergie und Sauerstoff. Und da gilt das Gebot: Ordnung ist das halbe Leben. Denn trennt man diese Dinge, brennt nichts, was nicht brennen soll.
Was tun, wenn es bereits brennt?
Bei einer kleinen Flamme an einem Adventskranz oder einer Dekoration erweist eine Löschdecke oder ein nasser Lappen gute Dienste. Neben einem Weihnachtsbaum sollte immer ein 10-Liter-Eimer Wasser und ein Handbesen stehen. So kann man schnell selber reagieren und mit der in Wasser getränkten Bürste in Richtung des Baumes spritzen. Das ist sehr wirkungsvoll! Wenn das Feuer beziehungsweise die Rauchbildung fortgeschritten sind, lässt man besser die Finger davon. Dann gibt nur noch eines: Feuerwehr alarmieren (Tel. 118) und sich und andere in Sicherheit bringen.
Welche Brände sind die gefährlichsten?
Brände, die nachts ausbrechen. Oft brennt es schon lange, bis der Brand entdeckt wird. Hier kann ein Rauchwarnmelder Schlimmes verhindern, da er mit seinem lauten Alarmton frühzeitig auf den Brand aufmerksam macht.
Also ist ein Rauchwarnmelder sozusagen ein Lebensretter?
Absolut. Es gibt immer mehr Leute, die in ihren Wohnungen und Häusern freiwillig Rauchwarnmelder installieren.
Tipps zur Brandverhütung
- Kerzen nie unbeaufsichtigt brennen lassen
- Neue Kerzen nicht auf alte Kerzen stecken
- Kerzen nicht auf brennbare Unterlage stellen
- Auf genügend grossen Abstand zwischen Kerzen und entflammbaren Gegenständen achten.
Weitere Tipps unter www.bfb-cipi.ch / Beratungsstelle für Brandverhütung